Las doce uvas de la suerte

Die zwölf Trauben

Zu jedem der zwölf Glockenschläge um Mitternacht isst man in Spanien eine Traube. Wer alle zwölf schafft, bevor der letzte Schlag verklingt, hat Glück im neuen Jahr, jede Traube steht für einen Monat. Das klingt einfach. Ist es aber nicht, denn die Schläge kommen schnell, und vor ihnen läuten andere Glocken, die viele Gäste für den Anfang halten.

Helle und dunkle Weintrauben in Nahaufnahme
Zwölf Trauben, zwölf Glockenschläge, rund drei Sekunden pro Traube. Kleine, kernlose Sorten machen es leichter.

So läuft Mitternacht ab

  1. Die Kugel. Kurz vor Mitternacht senkt sich die Kugel auf dem Uhrturm der Real Casa de Correos, begleitet von einer Glockenmelodie.

  2. Die cuartos. Dann folgen vier Doppelschläge, die cuartos. Jetzt noch keine Traube.

  3. Eine kurze Pause.

  4. Die zwölf Glockenschläge. Einzelne Schläge im Abstand von etwa drei Sekunden. Zu jedem Schlag eine Traube.

Der häufigste Fehler ist, schon bei den cuartos anzufangen. Dann sind die Trauben weg, bevor das neue Jahr beginnt. An der Sol hilft die Menge: Wenn alle gleichzeitig kauen, sind Sie richtig.

Die richtigen Trauben

Drei Sekunden pro Traube sind wenig. Nehmen Sie kleine, kernlose Trauben. In spanischen Supermärkten gibt es im Dezember Dosen mit zwölf geschälten, kernlosen Trauben, genau für diesen Zweck. Kaufen Sie sie rechtzeitig, am Silvesterabend selbst wird es knapp. Die klassische Sorte ist Aledo aus dem Vinalopó-Tal bei Alicante, die spät im Jahr geerntet wird.

Woher der Brauch kommt

Oft heißt es, Winzer aus Alicante hätten 1909 eine Rekordernte loswerden wollen und die Trauben deshalb als Glücksbringer verkauft. Das hat den Brauch tatsächlich verbreitet, erfunden haben sie ihn aber nicht. Schon in den 1890er-Jahren berichteten Madrider Zeitungen, dass man um Mitternacht zwölf Trauben isst. Eine verbreitete Erklärung: Das Bürgertum feierte mit Trauben und Champagner, und Madrider aus einfachen Verhältnissen machten es auf der Puerta del Sol spöttisch nach, bis es alle taten.

Danach

Nach der letzten Traube stößt man mit Cava an, dem spanischen Schaumwein, umarmt sich und wünscht sich „¡Feliz Año Nuevo!“. Welche Bräuche noch dazugehören, steht unter Bräuche.